Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten zu zweit in den Blattachseln der oberen Blattpaare, an den Zweigenden oft zu endständigen Blütenständen vereinigt; gemeinsamer Blütenstiel kurz (rund ¼ so lang wie die Krone); Deckblätter zuoberst am gemeinsamen Blütenstiel auffallend gross, breitlanzettlich; 2 kleine Vorblätter unter jedem Fruchtknoten.
    • Kelch sehr kurz, Kelchzipfel ca. 1 mm lang.
    • Krone gelb bis fast weiss, vor allem vor dem Aufblühen oft rosa bis rötlich überlaufen, nach dem Abblühen manchmal dunkelgelb; 5-zählig, Oberlippe aus 4 Abschnitten, Unterlippe aus 1 Abschnitt; 3–5 cm lang, die unteren 2/3 der Krone zu einer dünnen Röhre verwachsen (Röhre länger als der Saum), ohne Sporn; Aussenseite der Krone (relativ) dicht mit Stieldrüsen besetzt.
    • Fruchtblätter unterständig, nur am Grund miteinander verwachsen.

    Magadino (TI), 1.6.2018 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Mehrsamige, zuerst grüne, zur Reifezeit schwarze Beeren.
    • Die beiden Fruchtblätter sind nur am Grund miteinander verwachsen.

    Reife(nde) Früchte. Ronco s. Ascona (TI), 7.11.2022 (Muriel Bendel)

    Reife Früchte. Ronco s. Ascona (TI), 7.11.2022 (Muriel Bendel)

    Reife Früchte. Ronco s. Ascona (TI), 7.11.2022 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Stängel

    • Liane, bis zu 3 (–6) m hoch kletternd, stark wüchsig.
    • Stängel linksschraubig windend, manchmal kriechend.
    • Zweige dicht behaart, im Alter verkahlend; Zweige hohl.

    Junge Triebe. Caslano (TI), 31.3.2026 (Muriel Bendel)

    Junge Zweige dicht behaart. Caslano (TI), 31.3.2026 (Muriel Bendel)

    Ronco s. Ascona (TI), 7.11.2022 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Halbimmergrün bis wintergrün.
    • Blätter gegenständig, 2–3-mal so lang wie breit; frei, am Grund nie miteinander verwachsen, fast sitzend oder bis zu 10 mm gestielt.
    • Oberseite der Blattspreite dunkelgrün, Unterseite heller; die allerersten Blätter im Frühling ganzrandig, die nächsten gebuchtet bis fiederteilig («Frühjahrsblätter»), anschliessend werden bis in den Herbst wieder ganzrandige Blätter gebildet.

    Gebuchtete «Frühjahrsblätter». Monte Astorio (TI), 18.3.2019 (Muriel Bendel)

    Gebuchtete «Frühjahrsblätter». Monte Astorio (TI), 18.3.2019 (Muriel Bendel)

    Gebuchtete «Frühjahrsblätter». Monte Astorio (TI), 18.3.2019 (Muriel Bendel)

    Gebuchtete «Frühjahrsblätter». Monte Astorio (TI), 18.3.2019 (Muriel Bendel)

    Später gebildete Blätter ganzrandig. Ronco s. Ascona (TI), 7.11.2022 (Muriel Bendel)

Lebensraum

Kollin; Waldränder, Hecken, Robinienwälder.

Verbreitung

Ursprünglich ostasiatisch.

Verbreitungskarte auf POWO.

Rechtliche Grundlagen

Das Japanische Geissblatt (Lonicera japonica) ist im Anhang 2.2 der Freisetzungsverordnung («Für das Inverkehrbringen für den direkten Umgang in der Umwelt verbotene invasive gebietsfremde Organismen») aufgeführt: fedlex.ch

Weiterführende Literatur

Schierenbeck, K.A. 2004: Japanese Honeysuckle (Lonicera japonica) as an Invasive Species; History, Ecology, and Context. Critical Reviews in Plant Sciences, 23(5): 391–400
DOI: 10.1080/07352680490505141
web.archive.org

Phytoparasiten

  • Fungi

    Rouilles

    Puccinia festucae (0, I)

    Oïdiums

    Erysiphe lonicerae

    Taches foliaires

    Rhytisma lonicericola

Mögliche Verwechslung

Das Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum) 

  • hat sommergrüne, immer ganzrandige Blattspreiten, 
  • seltener seitenständige Blüten (wenn, dann nur je 2 Blüten pro Achsel), 
  • die Deckblätter sind nicht auffallend gross, 
  • die reifen Beeren rot.

Beim Garten-Geissblatt (Lonicera caprifolium) 

  • ist das Blattpaar unterhalb des Blütenstandes am Grund breit verwachsen (durchwachsenblättrig),
  • die reifen Beeren sind orange, seltener rot.

Henrys Geissblatt (Lonicera henryi) 

  • hat kleinere Kronen (1,5–2,5 cm lang) und 
  • schmalere Blätter (3–4-mal so lang wie breit).

Autor*in: Muriel Bendel, Nicolas Schwab
Stand: 1. April 2026

Forum

Diskussionen der Community

Schattenwurf-Rätsel

Die Pflanze wuchs über eine kleine Betonmauer bei Caslano (TI) und hinterliess einen fast perfekten Schattenwurf, welcher die Art verrät (wichtig ist auch das angeschnittene Blattpaar ganz links).

Wer ist's?

zur Diskussion